Vollzeit für den Sauberkasten

Sauberkasten, 8. August 2018


Wir sind nun hauptamtliche Sauberkastler

Eine der größten Herausforderungen bei der Gründung eines Startups ist es, den eigenen Lebensunterhalt abzusichern. Bevor dafür unterm Strich genug übrig bleibt, gehen gut ein bis zwei Jahre ins Land – wenn man Glück hat und es überhaupt gelingt. Darum müssen viele Gründer sich fast zerteilen, wenn sie außer ihrem Projekt noch andere Jobs haben oder vielleicht noch im Studium stecken. So ging es uns bis vor Kurzem auch. Der *Juli 2018* war für uns beinahe ein Jahr lang der magische Monat, nach dem alles anders werden würde. Jeanette würde ihr Masterstudium abschließen und ich mein Referendariat für das Lehramt. Nun ist es endlich soweit, und wir haben immer noch nicht ganz realisiert, dass die Zeit der gefühlten 30-Stunden-Tage vorüber ist.
 

Fotos: Anne Schwerin
 

Jetzt wo wieder ein geregelter Alltag möglich ist, merke ich, dass ich das Gefühl dafür völlig verloren habe. Viel zu lange habe ich jeden Tag, ob Wochenende oder nicht, und wochentags oft bis in die Nacht gearbeitet, um alles zu schaffen. Keine Sommernachmittage mit Freunden, wenige Familienbesuche und kaum Zeit für meinen Mann Leo – ganz zu schweigen von der Pflege von Hobbies.

All das war nur mit viel Verständnis und Unterstützung zu schaffen. Leo hat nicht nur die Bereitstellung von Nervennahrung und Seelsorge für mich übernommen, sondern ist Dank seiner Fähigkeiten auch zum Sauberkasten Buchhalter avanciert. Unsere Familien und Freunde haben verständnisvoll akzeptiert, dass wir in der Regel „nein“ sagen mussten, worum es auch ging. Und nicht zuletzt haben unsere lieben Kunden, ob Privatleute oder Geschäfte, Verständnis gezeigt, wenn es manchmal etwas länger gedauert hat.
 

 
Nach einem Urlaub, in dem ich gefühlt die verpassten Partys der letzten 16 Monate nachgeholt habe, war es letzte Woche also soweit: Unser erster hauptamtlicher Sauberkasten-Arbeitstag. So viele Dinge, die wir schon ewig erledigen wollten, konnten endlich angepackt werden. Doch was war los? Ehrlich gesagt waren wir ein bisschen verdutzt und wussten gar nicht so recht, wie wir anfangen sollten. Tag 2 lief schon besser: Wir haben alle Ideen und anliegenden Aufgaben aufgelistet und mit Terminen versehen, sodass unsere Arbeitstage nun bis in den September hinein gut durchstrukturiert sind.
 

 
So ganz hat uns der Alltag noch nicht wieder. Immer noch ist alles neu und anders. Doch das ist schön! Wir freuen uns auf den Rest von 2018 und sind gespannt, wie sich unser kleines Startup weiterentwickelt; ob auch das mit dem Lebensunterhalt bald auf soliden Beinen steht. Wir hoffen, noch viele neue Sauberkastenfreund*innen zu gewinnen und unsere Vision vom nachhaltigen Haushalt weiter voranzutreiben… und ganz persönlich freue ich mich, mir auch wieder das ein oder andere Hobby zu gönnen und zu Freunden und Familie öfter „ja“ zu sagen.

Eure Jette





  • Linda sagt:

    Das hört sich doch toll an ich drück euch doll die Daumen, eure Idee ist einfach klasse

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