Nachhaltige Weihnachten

Das klingt fast schon wie ein Widerspruch, denn im Alltag umweltfreundlich zu leben ist schon schwer genug, doch an Weihnachten scheint es schier unmöglich. Wir essen viel, kaufen viel und schmeißen zum Schluss auch noch viel weg. 

Es sollen perfekte Weihnachtsfeiertage werden, da möchten wir auf keinen Fall auf etwas verzichten. Wie Du mit gutem Gewissen und absolut ohne Verzicht noch schönere Weihnachten feiern und verschenken kannst, zeigen wir Dir heute schon mit ein paar wenigen Tipps. 



Gegenstandslose Geschenke: 

  1. Gutes tun statt Konsum — das ermöglicht unverpackt.oxfam.de : Du wählst ein Geschenk, z. B.: Trinkwasser für 50 Menschen, 50 junge Bäume, Schulbücher oder Nahrungspakete für Familien und verschenkst eine Grußkarte mit einem Kühlschrankmagnet. Dein Geschenk hilft denjenigen, die es wirklich brauchen. 
  2. In Deutschland gibt es unzählige Lebenshöfe. Mit einer Spende kannst Du die Versorgung und Betreuung der geretteten Tiere gewährleisten. Viele dieser Höfe sind auf Tierpatenschaften angewiesen, wie der Lebenshof „Wilde Hilde“ , welcher von den beiden gemeinnützig anerkannten Vereinen „White Paw Organisation e.V.“ und „weil Tiere lieber leben e.V.“ geführt wird. Besonders im Winter sind diese auf Spenden angewiesen, damit die Tiere genug Heu zum überwintern haben. 
  3. Oder Du suchst einfach auf Deutschlands größter Spendenplattform betterplace.org ein cooles Projekt aus, welches Dir und deinem Beschenkten am besten entspricht. Noch mehr tolle Plattformen zum Thema Charity-Shopping die unterstützenswert sind: schulengel.de , gooding.de  und bildungsspender.de
  4. Wollen wir in unserem Leben nicht viel eher Erfahrungen und Erinnerungen sammeln, als es mit Dingen zu füllen? Verschenke Erfahrungen oder lass Erinnerungen bei gemeinsamer Zeit wachsen.


Wenn es doch Dinge sein sollen: 

  1. Verschenke Dinge mit Sinn und achte beim Kauf der Produkte auf deren Nachhaltigkeit und faire Produktion. Überleg vorher, ob diese Dinge wirklich gebraucht werden und ob sie das Leben des Beschenkten wirklich bereichern würden. Wie wäre es also z.B. mit nachhaltigen Produkten wie einer Trinkflasche aus Glas (Soulbottle) oder Edelstahl (KleanKanteen), Bienenwachstücher oder einem Sauberkasten 😉



  2. Bei miteckenundkanten.com kannst Du Produkten mit kleinen Schönheitsfehlern eine zweite Chance geben. Dieser toller Online-Shop vertritt den Mindset: „Tschüss Perfektionismus. Hallo Nicht-Perfekt-Sein“. Zum einen sparst Du Geld, denn aufgrund von kleinen Produkt-Makeln werden diese im Shop 40 — 50 % günstiger angeboten und sind obendrein auch noch fair und nachhaltig produziert! Letztendlich ist es eine Win-Win-Situation für alle. 
  3. Ein klassischer Tipp, den wir Dir unbedingt ans Herz legen möchten ist die gute alte Second-Hand-Ware, denn es muss nicht immer gleich neu sein. Eine große Auswahl an Produkten ist definitiv vorhanden. Wichtig ist nur, dass Du darauf achtest, dass diese gepflegt und gut erhalten sind. Insbesondere Elektrogeräte sind in der Herstellung unglaublich energieineffizient und ressourcenunfreundlich. Second-Hand-Shops, An- und Verkauf, Flohmärkte oder EbayKleinanzeigen bieten viel Auswahl und du hast garantiert auch noch jede Menge Geld gespart.



  4. Wie wäre es mal mit einer regionalen, saisonalen und biologischen Gemüsekiste? Lebensmittel konsumieren wir auch nach den Feiertagen, also etwas, was sich dein*e potentielle*r Beschenkte*r sowieso kaufen wird. Unterstützen kannst Du dabei die solidarische, umweltfreundliche und faire Landwirtschaft. Ein Tipp von uns: Biohof Hausmann


Nun möchten natürlich viele Deiner Geschenke auch noch verpackt werden. Hier kannst Du kreativ sein und Dich austoben. Wir garantieren, dass diese Geschenke am ausgefallensten aussehen werden und definitiv richtige Hingucker sind. 


Verpackungssfrei verpacken: 

  1. Das gute alte Zeitungspapier lässt sich mit ein paar Tannenzweigen, Ästen und etwas Aquarellfarbe wunderbar aufhübschen. 
  2. Genauso gut klappt das mit alten Buchseiten, alten Landkarten oder mit einem alten Jahreskalender. 
  3. „Furoshiki (風呂敷)“ — so nennen sich diese quadratischen Tücher aus Japan. Diese kann man traditionell als Geschenkverpackung oder sogar als Transportmittel verwenden. Es gibt vielseitige Wickeltechniken. Du kannst darin sowohl Flaschen als auch eckige Geschenke verpacken. Mit der richtigen Wickeltechnik lassen sich auch Halstücher, Küchentücher oder Handtücher verschenken. Mit hübschem Inhalt gefüllt gibt es sogar ein doppeltes Geschenk.
  4. Wiederverwendbare Obst- Gemüse- und Brotbeutel. Wenn Du Lust hast, kannst Du diese auch noch mit Textilfarbe anmalen oder mit Deinem individuellen Design bedrucken lassen. So ähnlich gibt es das auch bei uns. Unsere Sauberkasten Deo-Sets und unser großes 20 L Waschmittelset sind in bedruckten wiederverwendbaren Säckchen verpackt. Das ist superpraktisch, denn den großen Sack kannst du tatsächlich als den „Drecksack“ verwenden oder Du nimmst einfach beide Säckchen mit in den Unverpacktladen oder zum Bäcker und sparst Dir damit die Plastiktüte. 



Rezept für Kaltporzellan

Jetzt noch ein letzter Sauberkasten-Tipp: Weihnachtsdeko geht auch wunderbärchen ohne Plastik, nämlich mit unserem Natron. Denn mit diesem lässt sich Kaltporzellan herstellen, mit welchem Du Deinen Weihnachtsbaum oder alternativ auch Deine Zimmerpalme dekorieren kannst.

Das brauchst Du für die Modelliermasse: 

  • ca. 60 g Speisestärke
  • ca. 250 g Natron
  • ca. 85 ml Wasser
  • Rührschüssel
  • Kochtopf
  • Plätzchenausstecher (z. B. in Sternform)
  • Holzspieß
  • Kristallvase, Kristallglas o. Ä. (für den Abdruck)


So wird’s gemacht:

  1. Stärke, Natron und Wasser in einen kleinen Topf geben und gut mischen.
  2. Die Mischung unter ständigem Rühren erhitzen, aufkochen und bei geringer Hitze leicht weiterköcheln lassen. Die Masse beginnt sich nun von flüssig zu fest zu verändern. Vorsicht! Das kann ziemlich schnell gehen. Sobald sie eine stark breiige Konsistenz erreicht hat und schwer reißend vom Löffel fällt, ist es an der Zeit zum Abkühlen. Also Ofen aus, Topf vom Herd und entspannen.
  3. Nach etwa 10 Minuten Auskühlzeit kann das falsche Porzellan in einer großen Rührschüssel weiterverarbeitet werden. Jetzt wird mit den Händen geknetet. Ist die Masse zu klebrig, kommt noch etwas Stärke hinzu – so lange, bis ein geschmeidiger, weißer Teig entstanden ist.
  4. Der Teig ist bereit zum Formen. Zuvor noch zwei Dinge: Ähnlich wie Salzteig schrumpfen die fertigen Dekoobjekte um ca. 10 Prozent. Und beim Ausrollen sollte das Kaltporzellan ungefähr eine Dicke von ca. 4–8 mm haben. Zu dicke oder zu dünne Stücke können beim Aushärten eventuell kleine Risse bekommen.
  5. Die Unterlage leicht mit Stärke bestäuben und den Teig sorgfältig ausrollen.
  6. Jetzt kommt der Clou: Der Teig wird nämlich mit Kristallglas bedruckt. Dazu vorsichtig die geschliffenen Glasflächen auf die Oberfläche des Kaltporzellan drücken, bis ein schöner Abdruck entstanden ist.
  7. Mit den Plätzchenausstechern den Kaltporzellan-Baumschmuck ausstechen und mit dem Holzspieß ein kleines Loch zum Aufhängen durchpieksen. Fertig!
  8. Je nach Größe und Dicke der Anhänger und je nach der Luftfeuchtigkeit im Raum kann die Trocknungszeit 1–3 Tage lang dauern. Währenddessen unsere hübschen Schmuckstücke mehrmals vorsichtig wenden.



Noch mehr dieser Tipps und mehr Wissen rund um nachhaltige Weihnachten findest Du im Buch: „Zero Waste Weihnachten: Mit einfachen Kreativideen für Weihnachtsbaum, Deko und Geschenke nachhaltiger Weihnachten feiern“ von Alexandra Achenbach. 

So schnell kann man den Ruf vom Weihnachtsfest als Umweltsünde mildern und dabei auch noch Positives bewirken. 


Wir hoffen, dass Dir diese Tipps weitergeholfen haben und wünschen Dir viel Spaß in der Umsetzung. 



Saubere Grüße
Eure Melissa  




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Sauberkasten – wie alles begann, 1/2

Die Bachelorarbeit als Grundlage

Hey, ich bin Jeanette und ich studiere Integriertes Design an der Hochschule Anhalt in Dessau. Im Herbst 2015 stand meine erste große Prüfung bevor: die Bachelorarbeit. Da ich mich zeitgemäß besonders für Umweltthemen und Nachhaltigkeit interessiere, sollte meine Arbeit auch in diese Richtung gehen. 

So richtig konnte ich jedoch kein genaueres Thema greifen und stellte mich anfangs sehr schwer damit. Meine Prüfer empfahlen mir, nicht in all zu großen Dimensionen zu denken und erst einmal bei mir selbst anzufangen. Denn gerade im Alltag ist es wichtig, auf die scheinbaren Kleinigkeiten zu achten. So lautete meine Bachelorthesis: „Nachhaltiger Alltag? Ein neuer Blick auf alte Gewohnheiten“.

Mit diesem Titel stiefelte ich los. Hm? …ich wusste zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht auf was meine Arbeit hinauslaufen würde. Würde es ein Aufklärvideo mit Weltuntergangsszenarien oder eher eine aktivierende Kampagne für ein bewussteres Leben werden?

 

Ich begann meinen Alltag zu reflektieren und setzte mich mit der Fülle der Produkte auseinander die mich täglich umgeben. Bei Lebensmitteln und Kosmetikprodukten achtete ich bereits darauf, was ich konsumierte. Aber bei Produkten die nicht direkt an meinen Körper kommen, wie Wasch- und Reinigungsmittel, da hatte ich keine Ahnung was genau da eigentlich alles drin steckt. Ein kurzer Blick auf die Reinigerflaschen und ….äh… viele Fragezeichen in meinem Kopf! Ich las Sammelbegriffe oder chemische Bezeichnungen mit denen kaum jemand etwas anfangen kann. Nach kurzen Recherchen stellte ich entsetzend fest, wie viele Schadstoffe sich dahinter verstecken! Alle sehr gefährlich für Mensch und Umwelt! 

 

Doch was gibt es für Alternativen, fragte ich mich. Teure Bioreiniger vielleicht, bei denen ich aber auch nicht so richtig weiß was da wirklich drin steckt oder doch die guten alten Hausmittel aus Omas Zeiten, wo es für jede Art von Fleck einen anderen Tipp gibt?

 

 

Nach weiteren Recherchen im Netz fand ich heraus, dass man Reinigungsmittel auch einfach selbst herstellen kann. Das klang interessant und ich probierte es direkt aus. Das sah dann erstmal so aus (etwas unschön für meinen Geschmack):

 

Die Reiniger funktionierten sehr gut und erfüllten den gleichen Zweck wie fertig gekaufte. Das einzige Problem war, dass das Recherchieren der Rezepte sowie das Besorgen der Zutaten (vorallem in den richtigen Mengen) umständlich und zeitaufwendig war. Nur wirkliche Liebhaber würden dies auf Dauer machen. Aber für die Allgemeinheit ist das noch immer keine richtige Lösung…

 

Ich las inzwischen ein Buch von Harald Welzer „Selbstdenken, eine  Anleitung zum Widerstand“. Er sagt, wenn man eine wirkliche Veränderung in der Gesellschaft erzielen möchte, hilft es nicht die Menschen mit erhobenem Zeigefinger zu ermahnen und mit den Problemen unserer Zeit zu erdrücken. Man sollte Alternativen anbieten und die Leute zum eigenen Handeln anregen. Dieser Gedanke hatte mich sehr inspiriert.

Ich suchte nach einer Lösung, um das Selbstherstellen von Wasch- und Reinigungsmitteln zu erleichtern und für mehr Menschen zugänglich zu machen: ein Set wo alles drin ist, was man benötigt! Einfache Rezepte, Zutaten in den passenden Mengen und nützliches Zubehör. Der Sauberkasten war geboren 🙂

 

Was hat das jetzt nochmal mit einem Designstudium zutun? Designer analysieren Sachverhalte und arbeiten Probleme heraus, welche sie dann mit verschiedenen Kreativmethoden lösen. Das entwickeln von neuen Konzepten fällt in den Aufgabenbereich eines Designers. Das Produkt benutzerfreundlich zu gestalten und ja… es auch noch gut aussehen zu lassen, natürlich auch 😉

Ich entwickelte zu meinen Kerngedanken ein komplettes Erscheinungsbild mit Verpackungen, Etiketten, Rezeptübersicht, Flyer, Illustrationen, Farben, Name, Logo und gab dem Sauberkasten seinen Charakter. Innerhalb von 10 Wochen entstand so der erster Prototyp und die Basis für den Sauberkasten, …der vielleicht auch bald euch gehört 😉

 

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei meinen beiden Prüfern Frau Prof. Brigitte Hartwig und Herr Prof. Dr. Michael Hohl bedanken!  Sie haben mir viel guten Input gegeben, mich aber trotzdem meinen eigenen Weg gehen lassen.

 

Wie gings dann weiter? Hier gehts zum 2. Teil dieses Blogbeitrags.
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